“Als Gott den Orientierungssinn vergab, hatte ich mich gerade verlaufen.” Das ist mein übliches Argument, warum ich für fast jede längere Strecke ein Navi benutze. Wo käme ich nur ohne hin? Keine Ahnung, hab´s noch nicht probiert…

Der Weg ist das Ziel

Ja klar, toller Spruch, aber ich will ja ankommen und nicht unterwegs hängenbleiben. – Wobei mir auch mein Navi schon mitten auf einer Landstrasse in der Pampa freudig mitteilte: “Sie haben Ihren Zielort erreicht.” – Ähm, ach ja? Wusste garnicht, dass ich hier hin wollte… 

Gehen wir jetzt mal von einem vorbildlich funktionierenden Navi aus. Es will beim Programmieren genau wissen, wo Du hin möchtest. So ein bisschen Larifari hilft da nicht weiter: Irgendwo in Frankreich… Nein, damit gibt es sich nicht zufrieden. – Nachdem Du Dein Ziel eingegeben hast, berechnet es dann sehr gewissenhaft Deinen momentanen Standort, die Länge der Strecke, die Dauer, mögliche Hindernisse, usw.

Den Satz: “Fahr erst mal los, dann sehen wir schon weiter.” habe ich von meinem bisher (glücklicherweise) noch nicht gehört. 

Geht es aber um unser inneres Navi, benutzen wir oft den Ausspruch: “Der Weg ist das Ziel.” Klar, irgendwas wird schon dabei rauskommen, wenn wir losgehen. – Aber ist das wirklich das was wir wollten?

Natürlich soll der Weg Spaß machen. – Das Ziel aber auch. Und das kann es vor allem dann, wenn ich dort bin. Dann kann ich mich richtig freuen, dass sich der – vielleicht holperige – Weg gelohnt hat.

Und wie programmiere ich jetzt mein inneres Navi?

Im Grunde genau so, wie das in Deinem Auto. Mit dem Unterschied, dass Du hier alles selbst machen darfst:

1. Lege Dein Ziel fest. Was willst Du genau? Wo willst Du hin?

Beschreibe Dein Ziel so genau wie möglich und vor allem sei Dir klar darüber, WARUM Du dort hin willst. Was ist dort anders oder besser als hier? Was kannst Du dann tun, das jetzt (noch) nicht möglich ist?

Spüre es: Wie fühlt es sich an, wenn Du es erreicht hast?

2. Stelle fest, wo Du Dich gerade befindest.

Sieh Dir Deine Ausgangssituation an und beschreibe auch sie so genau wie möglich. Vermutlich wird Dein WARUM dann nochmal klarer. Du willst etwas ändern – was genau?

3. Berechne den Weg – und kalkuliere mögliche Hindernisse ein.

Lege den Weg fest. Welche “Ortschaften” liegen auf Deinem Weg? Nimmst Du die Landstrasse oder die Autobahn? – Die kürzere Strecke oder die schnellere Zeit?

Plane dabei aber nicht zu knapp und kurzfristig! Die Freude, das Ziel früher erreicht zu haben ist weit schöner, als die Enttäuschung, es nicht geschafft zu haben.

Wenn es ein längerer Weg ist, setze Dir Zwischenziele. Und feiere jedesmal, wenn Du eins davon erreicht hast! 

Musst Du aufgrund einer “Straßensperrung” einen Umweg machen? Sieh es positiv. Du lernst Gegenden kennen, die Du sonst nicht gesehen hättest. Du sammelst Erfahrungen.

Natürlich sind immer wieder Abweichungen möglich. Wenn Du zum Beispiel feststellst, dass Dein Ziel nicht mehr zu Dir passt. – Dann ändere es einfach. Nichts ist in Stein gemeißelt und es ist DEIN Ziel. Niemand kann Dir da reinreden.

Oder Du merkst mitten auf der Landstrasse in der Pampa, dass es hier viel schöner ist als da, wo Du ursprünglich hin wolltest. Dann bleib dort und hab Spaß! 

Dieser Blog-Artikel ist Teil der Blog-Parade “Entscheidung: Neues Leben” von Susi Bayer. Hier findest Du alle weiteren Beiträge dazu. Viel Spaß beim Lesen, Hören und Schauen!